Neuland betraten die Seniorenvorstände der Landesverbände BW, BY und HE mit dem Seminar „Vorbereitung auf die Rente“ für ihre Mitglieder aus dem Tarifbereich. Inspiriert durch Erfahrungen der bekannten Ruhestands-Seminare für die Beamten, entschlossen sich die Seniorengruppen der drei Landesverbände ein neues dreitägiges Seminar zu entwickeln. Perfekt organisiert wurde das Seminar von Uli Decker, Mitglied im Geschäftsführenden Landesseniorenvorstand BW. 21 Teilnehmerinnen und Teilnehmer reisten am 8. Juni 2026 zur Hochschule der Polizei Baden-Württemberg in Wertheim an.
Mit einer Vorstellungsrunde begann der offizielle Teil des Seminars und dabei zeigte sich eine erste Herausforderung. Von Kassel im Norden, Offenburg im Süden und Regensburg im Osten reisten die Teilnehmer an, davon übrigens fast die Hälfte Frauen, und sorgten für einen ordentlichen Mix an Dialekten. So war es für die Referentinnen und Referenten eine unvorhergesehene Aufgabe, sich sprachlich auf die Teilnehmenden einzustellen.
Den ersten Fachvortrag übernahm Frau Dr. Kathrin Tatschner vom Zentrum für Altersmedizin in Würzburg. Im Zentrum stand die These „Gesund und Alter – das geht“. Werbung für Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und viel Bewegung war der Kern ihrer Botschaft. Die weiteren Themen Lust auf Gesundhaltung, Veränderungen im Alter, mögliche Einschränkungen, Frage des Gewichts und des guten Hörens und Sehens standen ebenso auf ihrer Agenda wie die Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie warb für körperliche Aktivitäten und deren zahlreiche positive Auswirkungen.
Praktische Tipps für die Rente gab der Seniorenvorsitzende von Baden-Württemberg, Martin Zerrinius. Das Themenfeld umfasste ehrenamtliche Tätigkeiten bis hin zu Reisemöglichkeiten und sonstige Freizeitaktivitäten. Wichtig für ihn war die Empfehlung für ein strukturiertes Leben. Ein näheres Kennenlernen der Teilnehmenden ergab sich am Abend im Vereinsheim des SV Nassig.
Der zweite Seminartag hatte es in sich. Zunächst zeigte Bernd Braun, GdP-Landesseniorenvorsitzender von Hessen, die Vorteile der GdP-Mitgliedschaft in der Rente auf. Mit großer Spannung wurde der Vortrag von Hans Peter Scherer von der Deutschen Rentenversicherung erwartet. Fragen zur Beendigung des Arbeitslebens, zu den Voraussetzungen der Rentenpunkte wurden besprochen. Lehre, Studium, berufliche Ausbildung, Teilzeit, Arbeiten nach der Rente, Mütterrente, Kindererziehungszeiten und Prävention waren Schlagworte seines Vortrages. Seine Empfehlung lautete: unbedingt einen Termin für eine individuelle Beratung bei der Deutschen Rentenversicherung abmachen, um insbesondere Lücken in der Erwerbsbiografie festzustellen.
Die Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes haben bereits die in der öffentlichen Diskussion geforderte Betriebsrente. Aus diesem Grund wurde auch Frau Birgit Schertler von der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) zum Seminar eingeladen. Ihre zentrale Botschaft war, dass die Stellung des Antrags zur Auszahlung der Zusatzversicherung, erst nach Erhalt des Rentenbescheids möglich ist.
Von Jürgen Rittel, dem Zielgruppenmanager Öffentlicher Dienst in Süddeutschland der SIGNAL IDUNA, gab es Informationen über die enge Kooperation der GdP und dem Versicherungsunternehmen „Polizei-Versicherungs-AG (PVAG)/SIGNAL IDUNA“. Daraus resultieren viele Vorteile für Mitglieder in der GdP, die von Jürgen anschaulich dargestellt wurden.
Nach vielen Informationen zum Thema Rente und Versicherungen konnten sich die Teilnehmenden in der Sporthalle 45 Minuten lang unter dem Motto „Fit im Alter – Bewegung im Alter“ unter der Anleitung von Richard Fehrenbacher vom SV Nassig erholen.

Sport mit Richard Fehrenbacher (Bildmitte vor der blauen Matte)
Nach dem Abendessen wurden die Geheimnisse des Taubertals erkundet. In Kleinbussen ging es unter Leitung von Uli Decker zur Weinprobe beim Weingut Ehrlenbach in Reicholzheim.
Am dritten Seminartag eröffnete unser GdP-Bundesseniorenvorsitzende Ewald Gerk das Tagesprogramm mit seinem Beitrag zu den Themen Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung mit der dringenden Empfehlung dies zu regeln. In Vertretung des erkrankten Referenten Gerhard Kaiser von der GdP Hessen referierte Uli Decker über die Grundzüge des Erbrechts.

Ewald Gerk beim Vortrag zum Thema Vorsorgen
Im zweiten Teil seiner Ausführungen ging Ewald Gerk auf die politischen Entwicklungen zur Gesundheits- und Pflegeversicherung, zum Bundeskongress und zu den Landtagswahlen im Herbst in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ein.
Den Abschluss des Seminars bildeten die Ausführungen von Gerhard Knorr, Landesseniorenvorsitzender in Bayern, zur Seniorenarbeit vor Ort mit praktischen Beispielen. Er forderte die Teilnehmenden auf, sich aktiv in die Seniorenarbeit einzubringen.
Im Seminarrückblick waren sich die Teilnehmer und Referenten einig, dass dieses Seminar unbedingt einen festen Platz in der Seminarplanung der drei Landesbezirke für die nächsten Jahre haben muss!
Das Gruppenfoto oben zeigt die Teilnehmenden vor dem Tagungsgebäude (Martin Zerrinius ganz links, Bernd Braun, erste Reihe 2. v. l., Gerhard Knorr, erste Reihe Mitte, Uli Decker, letzte Reihe links außen)
Fotos: Martin Zerrinius